EMAS - Umwelterklärung der Bundesgartenschau Heilbronn 2019

EMAS - Umwelterklärung

 
 
 

Umwelterklärung der Bundesgartenschau Heilbronn 2019

Im April 2017 hatte sich die Bundesgartenschau entschieden, die Umweltauswirkungen ihrer Geschäftsstelle und ihrer Veranstaltungen während der Bundesgartenschau 2019 nach der europäischen „Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2009 über die freiwillige Beteiligung von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung" (EMAS) überprüfen zu lassen.

Die Bundesgartenschau Heilbronn hat sich in ihrer Umweltpolitik dazu verpflichtet, zum einen die Umweltauswirkungen, die aus der Durchführung der Bundesgartenschau resultieren, soweit wie möglich zu reduzieren oder zu begrenzen. Andererseits sollen anhand von beispielhaften Umweltschutzmaßnahmen das Umweltmanagement für die Teilnehmer/innen und Besucher/innen der Bundesgartenschau erfahrbar gemacht werden. Wichtige Bereiche, die durch das Umweltmanagement thematisiert werden, sind das Abfallverhalten, die umweltverträgliche Mobilität der Teilnehmer/innen und Besucher/innen, der sparsamere Einsatz von Energie und Wasser während der Durchführung, die Gastronomie und die umweltfreundliche Beschaffung.

Download: EMAS Broschüre Umwelterklärung  (.pdf, 3,6 MB)

 
Pflanze
 

 

Welche Umweltleitlinien verfolgt die Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH?

Reduzierung der Umweltbelastungen

Mit der Anreise und dem Aufenthalt an Veranstaltungen der Bundesgartenschau Heilbronn sind immer auch Naturverbrauch und Umweltbelastungen verbunden. Dies bedeutet, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die von den Veranstaltungen ausgehenden Umweltbelastungen durch den Gebrauch von Energie, Material und Wasser, durch die Mobilität der Teilnehmer/innen und Besucher/innen, durch die Gebäude- und Flächennutzung, bei der Beschaffung von Lebensmitteln und Materialien sowie bei der Abfallbeseitigung Schritt für Schritt zu reduzieren und nach Möglichkeit in geschlossene Kreisläufe zu überführen. Die Einhaltung der Umweltgesetze, Umweltvorschriften und sonstigen bindenden Verpflichtungen gilt für die Bundesgartenschau Heilbronn als Mindeststandard.

Energie, Mobilität und Klimaschutz

Angesichts des Klimawandels und den sich daraus ergebenden Folgen für Mensch und Natur verpflichtet sich die Bundesgartenschau Heilbronn in den Bereichen Energie und Mobilität sowohl den Energieverbrauch weiter zu senken als auch die umweltverträgliche Nutzung regenerativer Energie zu stärken. Ein besonderes Augenmerk richtet sich auf ein umfassendes Angebot mit umweltfreundlichen öffentlichen Verkehrsmitteln. Daher sollen Besucher/innen die Veranstaltungen der Bundesgartenschau Heilbronn mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen und verlassen können.

Angebot an regionalen und biologischen Lebensmitteln

Den Besucher/innen der Veranstaltungen der Bundesgartenschau Heilbronn sollen – wenn möglich – regionale und biologische Lebensmittel angeboten werden. Es sollen bei allen Tätigkeiten, die sich direkt und indirekt auf die Umwelt auswirken könnten, diejenigen Alternativen bevorzugt werden, die die Umwelt am wenigsten belasten.

Erstellung eines Abfallkonzepts

Das Abfallkonzept sieht zunächst die Abfallvermeidung und danach eine konsequente Abfalltrennung vor. Es gilt für den Auf- und Abbau sowie die Durchführung der Veranstaltungen, für temporäre Bauten für Konzerte und Präsentationen, das Catering/die Gastronomie und den Papierabfall durch Info- und Werbematerial sowie Büromaterialien. Daher liegt das Augenmerk auf einer umweltfreundlichen Beschaffung in allen für die Veranstaltungen relevanten Bereichen.

Aufbau eines Umweltmanagementsystems

Am 5. Dezember 2018 wurde die Geschäftsstelle vom Umweltgutachter validiert, die Validierung der Veranstaltung erfolgt im Sommer 2019. Mit der Einführung ihres EMAS-Umweltmanagementsystems ist die Bundesgartenschau Heilbronn 2019 die erste Bundesgartenschau, die ein solches System erstmalig eingeführt hat.
Durch die Anwendung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS soll eine Verbesserung der Umweltbedingungen bei der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 und seinen Veranstaltungen, die Umsetzung der Umweltpolitik sowie des Umweltprogramms gewährleistet werden. Dazu wird mit den beauftragten Unternehmen, den zuständigen Behörden und der Stadt Heilbronn zusammengearbeitet und auch auf die Tätigkeiten von Vertragspartnern wie Dienstleistern und Lieferanten Einfluss genommen. Ebenso erfolgt ein Austausch der Erfahrungen mit anderen Organisationen von Veranstaltungen, um so zur weiteren Umweltverträglichkeit beizutragen.

Information der Teilnehmer und Besucher

Durch eine gezielte Informationspolitik soll den Teilnehmern und Besuchern der Bundesgartenschau Heilbronn auf die Durchführung der Veranstaltung bezogenes Umweltwissen vermittelt werden. Damit sollen das Umweltbewusstsein und die Verantwortung für die Umwelt gefördert werden, um sowohl ein umweltschonenderes Verhalten während der Veranstaltung als auch im persönlichen Bereich zu erreichen. Durch eine damit einhergehende Öffentlichkeitsarbeit möchte die Bundesgartenschau Heilbronn ebenso die Vielzahl der Teilnehmer/innen und Besucher/innen in ihrer Kompetenz stärken und zu gesellschaftlichem und institutionellem Handeln in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung ermutigen.

 

 

Welche Maßnahmen sollen im Rahmen eines Umweltprogramms umgesetzt werden?

In ihrem Umweltprogramm hat die Bundesgartenschau eine Reihe von Maßnahmen festgelegt, die entweder bereits umgesetzt oder noch umgesetzt werden:

  • Einsatz von energiesparenden Elektrogeräten bzw. Einsatz von Steckdosenleisten zum Abschalten der Geräte nach Ende der Veranstaltungen
  • Dienstanweisung zum Abschalten von Geräten bei Veranstaltungsende
  • Absprachen mit einem Energieversorger vor Ort zur Umstellung auf Öko-Strom während der Veranstaltungszeit
  • Speicherung und Reinigung des Regenwassers in den beiden Seen; mit dem gewonnenen Regenwasser werden dann die Parkanlagen automatisch gewässert
  • Verwendung von biologisch abbaubaren Spül- und Reinigungsmitteln
  • Einsatz von Mehrweggeschirr oder kompostierbaren Palmblättern in der Gastronomie
  • Ladestationen für E-Bikes
  • Digitalisierung des Programmhefts
  • Druck der Publikationen auf Recyclingpapier
  • Nachhaltige und faire Produktion der angebotenen Waren (keine Kinder-/Zwangsarbeit, unmenschlichen Arbeitsbedingungen)
 

Wie werden Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung als Handlungsprinzip der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH umgesetzt?

Die Bundesgartenschau Heilbronn findet auf einer 40 Hektar großen ehemaligen Industriebrache statt. Im Unterschied zu anderen Bundesgartenschauen entsteht auf dem Gelände der Bundesgartenschau das neue Stadtquartier Neckarbogen, das mit bis zu 800 Menschen zur Bundesgartenschau bewohnt sein wird. Zwischenzeitlich ist der Neckarbogen von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGnB) im Vorzertifikat „Platin" – d.h. dem höchsten Standard – als nachhaltige Planung ausgezeichnet worden. Etwa 3.500 Menschen sollen nach Ende der Bundesgartenschau dort wohnen und 1.000 einen Arbeitsplatz haben.

Im gesamten Planungs- und Bauprozess spielen Nachhaltigkeitskriterien und ökologisches Handeln eine wichtige Rolle. Durch die Erdmodellierung wurden bis heute rund 650.000 Kubikmeter Erde auf dem Areal bewegt; ein Großteil hiervon konnten auf Grund entsprechender Planung vor Ort wieder eingebaut werden, wodurch letztlich Kosten- und Transportwege eingespart werden konnten.

Weiterhin sind die Schaffung und der Schutz von Lebensräumen für verschiedenste Tierarten integraler Bestandteil. Im Hafenpark wurden neue Eidechsenhabitate und Flächen für Wechselkröten angelegt. Insgesamt wurden während der Bauarbeiten 13 Tonnen Kampfmittel sowie 300 Tonnen Altmetall geborgen und fachgerecht entsorgt.
Mit dem Neckaruferpark (im Bild) wurden neue Flachwasserzonen und Lebensräume für unterschiedliche Tierarten (Fischreiher, Eisvögel, Schwäne, Pflanzen, Mikroorganismen usw.) geschaffen. Die beiden so entstandenen Seeanlagen (Floßhafen und Karlssee) bieten schon jetzt Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Letztlich wird auch im Betrieb der Bundesgartenschau auf möglichst ressourcenschonendes Verhalten Wert gelegt. Neben dem Einsatz von Ökostrom und Elektrofahrzeugen auf dem Gelände sollen auch die Besucher für das Thema sensibilisiert werden und möglichst den ÖPNV oder Reisebusse zur Anreise nutzen. Für die Anreise zur Bundesgartenschau mit dem ÖPNV in einem bestimmten Gebiet gelten sowohl für Dauerkartennutzer als auch für Tageskartennutzer attraktive Angebote. Die Anreise mit dem ÖPNV ist im Tagesticket enthalten. Dauerkartenbesitzer reisen zum halben Preis.

 
Neckaruferpark auf der Bundesgartenschau
 

Warum gilt die BUGA Heilbronn 2019 als Reallabor für autonomes Fahren?

Während der Bundesgartenschau Heilbronn wird das Areal der Stadtausstellung als Testfeld für BUGA:log, ein automatisiertes Zustellfahrzeug, fungieren. In einem sogenannten „Reallabor" der Hochschule Heilbronn und der Stadt Heilbronn soll getestet werden, in welchem Umfang BUGA:log bestimmte Aufgaben zur Nahversorgung im städtischen Raum übernehmen und eine Reduzierung von Logistikverkehren innerhalb von Quartieren durch autonom fahrende Zustellsysteme erreicht werden kann. So soll es während der Bundesgartenschau für die Anlieferung von Post und Paketen zum Einsatz kommen und im Gegenzug Briefe und Pakete der Bewohner aufnehmen und diese an einer zentralen Stelle für entsprechende Dienstleister deponieren. Auch für andere logistische Herausforderungen im kompakten urbanen Raum, etwa für Versorgungs- und Entsorgungsprozesse, ist eine Nutzung denkbar. Der Einsatz von elektrisch angetriebenen autonomen Fahrzeugen wird auch vor dem Hintergrund erprobt, dass der motorisierte Verkehr in Städten reduziert werden soll.

 
Mit BUGA:log die Mobilität der Zukunft testen
 

„Wir tun was für die Umwelt in Heilbronn!" - Umweltmanagement nach EMAS auf der BUGA, im Mittelstand und an der Hochschule

Abendveranstaltung am Dienstag, 9. Juli 2019

Anspruchsvolles Umweltmanagement ist in Heilbronn nicht nur ein Wort, sondern wird mit Herzblut gelebt: die Hochschule ist eine der wenigen im Land, die aktiv ist und Nachhaltigkeitsbemühungen ausbaut. Die Hoehing Kartonagenfabrik betreibt seit über 20 Jahren Umweltmanagement und gehört zu den EMAS-Pionieren in der Branche. Die Bundesgartenschau ist die erste Gartenschau, bei der das Umweltmanagementsystem EMAS realisiert wurde. Ende letzten Jahres hat Herr Faas, Geschäftsführer der BUGA, die Urkunde aus der Hand des Umweltministers Franz Untersteller erhalten. Bei der Veranstaltung stellten die Akteure vor, wie sie Umweltschutz konkret umsetzen.

Herr Faas begrüßte die gut 20 Teilnehmer. Während nur 1-2% der deutschen Bevölkerung mit Umweltmanagement nach EMAS hochwertigen Umweltschutz verbinden, berichtete Herr Faas, dass dieser Wert bei einer Umfrage auf dem BUGA-Gelände bei stolzen 27% der Besucher/innen lag. Herr Prof. Dr. Teichert stellte das Umweltmanagementsystem EMAS vor und seine Eignung als Instrument um den Klimaschutz in einer Organisation voran zu bringen. Er berät die BUGA GmbH im EMAS-Prozess. Auf der BUGA wird Ökostrom eingesetzt, Regenwasser genutzt, Energie und Wasser sparsam genutzt, Abfälle getrennt gesammelt, Maßnahmen zur biologischen Vielfalt u.a. auf Brachflächen getroffen, Mehrweggeschirr verwendet – um nur einige Aspekte zu nennen. Um die Anreise der Besucher/innen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu optimieren, wurde frühzeitig mit der Bahn und den Verkehrsbetrieben verhandelt. Was im Einzelnen umgesetzt wurde, kann in der Umwelterklärung nachgelesen werden (s.o.).

 
Umweltmanagement nach EMAS auf der BUGA, im Mittelstand und an der  Hochschule

Die Hochschule Heilbronn hat 2014 ein Umweltmanagementsystem eingeführt und nach EMAS zertifizieren lassen. Herr Prof. Dr. Pfennig berichtete über die Aktivitäten der Hochschule. Zwei Kolleginnen stellten die neuen Studiengänge Nachhaltige Tourismusentwicklung (Master) und Nachhaltiges Beschaffungsmanagement (Bachelor) vor sowie ein Projekt zur nachhaltige Mobilität am Campus Schwäbisch Hall. Herr Höhing, Geschäftsführer der Hermann Höhing Kartonagenfabrik GmbH sieht die Industrie auch in Umweltverantwortung und ist überzeugter EMAS-Fan. U.a. bezieht Höhing seinen Strom seit Februar 2019 aus 100 % erneuerbarer Energie. Umweltmanagement ist bei Höhing Chefsache. Eine Führung über die BUGA, bei der die Maßnahmen zum Umweltmanagement erläutert wurden, rundeten die Abendveranstaltung ab. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Umweltministerium Baden-Württemberg, der IHK Region Heilbronn-Franken und der Bundesgartenschau Heilbronn GmbH organisiert.

 

Werden nach der BUGA Teile des Geländes erhalten bleiben?

Auf dem Gelände der Bundesgartenschau befinden sich drei große Spielplätze, dazu eine Kletterwand, ein Beachvolleyballfeld, ein Multifunktionsspielfeld sowie der Sportpunkt Campuspark, einem Übungszirkel, der zusätzlich kleine Gradierwerke mit salzhaltiger Luft aufweist. Alle diese Anlagen sind nachhaltig angelegt und werden auch nach der Bundesgartenschau der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Selbstverständlich bleiben auch die Gebäude der Stadtausstellung dauerhaft bestehen.

Luftaufnahme BUGA Gelände Juni 2019
 
 

Welches Entsorgungs- und Wiederverwertungskonzept wird bei der BUGA Heilbronn 2019 verfolgt?

Das Abfallkonzept sieht zunächst die Abfallvermeidung und danach eine konsequente Abfalltrennung vor. Es gilt für den Auf- und Abbau der Veranstaltungen und Präsentationen, für temporäre Bauten, das Catering/die Gastronomie und den Papierabfall durch Info- und Werbematerial sowie Büromaterialien. Daher liegt das Augenmerk auf einer umweltfreundlichen Beschaffung in allen für die Veranstaltungen relevanten Bereichen.

Im Besucherbereich der BUGA befinden sich in der Daueranlage neben den temporäreren Abfalleimern, die während der Durchführung der Bundesgartenschau aufgestellt werden, 42 Abfalleimer. Mittels einer modernen Sortieranlage, die u. a. mit einem Nahinfrarotaggregat ausgestattet ist, wird eine maschinelle Abfalltrennung durch den Entsorgungsfachbetrieb Kurz gewährleistet.

In den 14 Gastronomiebetrieben auf der BUGA wird vor Ort Müll getrennt. Zudem werden statt Einweggeschirr kompostierbare Palmblätter eingesetzt, die nach der Verwendung in gesonderten „Palmblatt-Abfalleimern" gesammelt werden. Dieser Vorgang ist Bestandteil des Grünverwertungskonzeptes, da die Palmblätter wiederum in „BUGA-Erde" verarbeitet werden.

Während der Durchführung der Bundesgartenschau werden schätzungsweise ca. 300t grasig, krautige Grünabfälle und ca. 250t holzige Grünabfälle und Pappeln anfallen. Der Grünschnitt wird in der Biogasanlage in Backnang und im Kompostwerk Hauke wiederverwertet und zur weiteren Nutzung als Landschaftspflegematerial aufbereitet. So entstehen insgesamt 27.000 m³ Biogas, was einer Strom- und Wärmemenge für ca. 15 Haushalte für ein Jahr entspricht. Die holzigen Grünabfälle und Pappeln werden ebenfalls zur Strom- und Wärmeproduktion verwendet, sodass die Stromversorgung für ca. 200 Personen im 3-Personen-Haushalt für ein Jahr abgedeckt wird. Im Rahmen der Kompostveredelung wird der Grünschnitt zu „BUGA-Pflanzerde" von Hauke Erden.

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