Konzept der Stadtausstellung

 
 
 

Kraftakt für die Stadtgesellschaft - Ein über hundert Jahre altes Gewerbegebiet verwandelt sich in ein vitales Stadtquartier.

Heilbronn strebt nach innen
Stadtentwicklung heißt in Heilbronn, so ressourcenschonend wie möglich innerstädtische Flächen für attraktiven Wohnungsbau und innovative Arbeitsplätze zu erschließen. Mit dem Stadtentwicklungskonzept 2020 hat sich Heilbronn dafür die Richtung vorgegeben: Die Innenentwicklung.

Der Neckarbogen am Fluss
Leitbilder der Heilbronner Stadtplanung wie ‚Die Stadt am Fluss' und ‚Lebendige und durchmischte Quartierentwicklung' sind der Ausdruck intensiver Debatten der letzten Jahre in Gemeinderat und Stadtverwaltung, an denen sich auch die Bürger Heilbronns aktiv beteiligten. In den kommenden Jahren steht vor allem der künftige Stadtteil Neckarbogen im Fokus der Planung und Umsetzung. Die einstige ca. 40 Hektar große Gewerbebrache zwischen Neckar und Neckarkanal und mitten in der Stadt ist ein Ort für eine attraktive Freiflächengestaltung, für eine ungewöhnliche städtebauliche Entwicklung und für architektonische Modellbebauung - eingebettet in die Bundesgartenschau Heilbronn 2019.

 

Einen lebendigen Stadtteil entwickeln

Ein Stadtteil in einer Großstadt lebt dann, wenn Menschen ausreichend dicht zu-sammenleben und das Quartier vielfach durchmischt ist. Im Neckarbogen werden künftig ca. 3 500 Bewohner und ca. 1 000 dort arbeitende Menschen dafür sorgen, dass es ein enges Miteinander von Miete und Eigentum, Wohnen und Arbeiten, von Einkaufen, Freizeit, Cafés und Lokalen geben wird. Eingebettet in vielfältig gestaltete Erholungsbereiche mit quirligen Plätzen für Spiel und Sport sowie ruhigen Orten zum Entspannen.

 
Draufsicht auf das Stadtmodell
 

Die Stadt der Zukunft - die Stadtausstellung Heilbronn
Die rasante Digitalisierung aller Lebensbereiche wird umfassende Auswirkungen auf die Stadt, den Stadtteil, das Haus, das Wohnen, den Verkehr, die Versorgung mit Energie und Lebensmitteln usw. haben. Nachbarschaftliches Wohnen, selbständiges Leben und strategisch-ökologisches Versorgen der Menschen sind weitere Fragen, die an die Stadt und das Wohnen in der Zukunft zu stellen sind. Und: wie lässt sich selbstbestimmte Mobilität am Wohnort für alle Altersgruppen und mit Hilfe digitaler Vernetzung herstellen? Kann eine Letzte-Meile-Logistik durch z.B. automatisierte und bedürfnisorientierte Kauf- und Lieferkonzepte die Selbstständigkeit der Senioren, der Familien und der Menschen mit Handicaps erleichtern? Wie weit sollten Parkplätze bei selbstparkenden Autos von der eigenen Wohnung entfernt sein, technisch und 'gefühlt'? Und: Halten vor längerem geplante Stadträume, Infrastrukturen und Erholungsbereiche den Veränderungen der Stadt in der Zukunft stand? Vor diesen Fragen steht die „Stadt der Zukunft". Sie muss wandlungsfähig sein. Urbane Räume, Infrastrukturen, Erholungsbereiche müssen den Veränderungen der weiteren Zukunft standhalten.
Die Stadtausstellung Heilbronn zeigt Beispiele und Ansätze zu diesen Themen.

Der 1. Bauabschnitt der Stadtausstellung – drei Blöcke mit 22 fünf- bis neun-geschossigen Bauwerken – entsteht auf engstem Raum im Gelände der Bundesgartenschau Heilbronn 2019, die sich selbst in der Aufbauphase befindet – zeitgleich und in engstem Zeitfenster. Das sind höchste Anforderungen an alle in Baukunst und Organisation. Hier entstehen keine futuristischen Modell-Exoten, sondern die ersten Häuser eines bewohnbaren, lebendigen und attraktiven neuen Stadtviertels.

 

Zielsetzung des neuen Stadtquartiers
Heilbronn hat sich mit dem Stadtentwicklungskonzept 2020 für eine konsequente Innenentwicklung entschieden. Die Siedlungsentwicklung soll nicht an den Rändern der Stadt, sondern unter Nutzung der vorhandenen Flächenressourcen in innerstädtischen Lagen erfolgen. Vorausgegangen waren intensive Debatten insbesondere im Gemeinderat, einheitlich über Parteigrenzen hinweg und in der Stadtverwaltung über die Themen wie ‚Nachhaltigkeit und Vitalität in der Stadtentwicklung', ‚Neue Qualität in Städtebau, Landschaftsgestaltung und Architektur', ‚Abkehr von einer autoorientierten Flächennutzungs- und Verkehrspolitik'. Leitbilder wie ‚Stadt am Fluss' und ‚Lebendige und durchmischte Quartiersentwicklung' traten in den Vordergrund. In der Heilbronner Stadtgesellschaft, unterstützt durch die lokalen Medien, wurden diese Diskussionen breit aufgegriffen, eine Diskussion, die vorher öffentlich kaum Resonanz fand. Durch eine inzwischen über 10jährige intensive Bürgerbeteiligung konnten diese Dialoge in einem Klima des Umbruchs zu einer ‚Stadt der Zukunft' bis heute fortgeführt werden.

Der Neckarbogen auf der Fläche des ehemaligen Fruchtschuppens, einem Güterumschlagsareal mit Flusshafen und Güterbahnhof, steht dabei als größte zusammenhängende Fläche im Fokus der Innenentwicklung. Die Stadtausstellung Neckarbogen ist eine Symbiose von urbaner Freiflächengestaltung, städtebaulicher Entwicklung und architektonischer Modellbebauung, und sie ist Teil der Bundesgartenschau Heilbronn 2019. Die BUGA-GmbH ist Kopf und Macher dieser Entwicklung und damit Instrument der Qualitäts-, Termin- und Kostensteuerung. Hier sind die Konzepte und Kräfte in flacher Hierarchie gebündelt.

Die Struktur des Neckarbogens ist darauf angelegt, ein Modell des urbanen, kompakten, belastbaren und anpassungsfähigen Stadtquartiers umzusetzen, in dem Bebauung, Freiraum und Gewässer in einem wohlgeordneten Flächenverhältnis zu einander stehen.

Einen lebendigen Stadtteil entwickeln
Ein Stadtteil in einer Großstadt funktioniert dann, wenn Menschen ausreichend dicht zusammenleben und das Quartier vielfach durchmischt ist: In der Stadtausstellung und später im Neckarbogen werden Miete und Eigentum, Wohnen und Arbeiten, Cafés, Lokale und Erholungsbereiche eng beieinander liegen und die ca. 3 500 Bewohner und ca. 1 000 dort arbeitende Menschen für ein lebendiges Wohnen in einem innenstadtnahen Stadtquartier sorgen. Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen, mit verschiedenartigen Aktionsräumen und individuellen Fähigkeiten werden nachbarschaftliche und quartiersbezogene soziale Bezüge ermöglichen, die zudem von ihnen leicht für eigene Netzwerke nutzbar sind. In einem Stadtteil Heilbronns, der sich zudem durch vielfältig gestaltete Erholungsbereiche mit quirligen Plätzen für Spiel und Sport sowie ruhigen Orten zum Entspannen auszeichnet.



Jeder Planungsbeteiligte ist Teil eines Orchesters, damit das Meisterwerk Stadtausstellung gelingt
Die Häuser der Stadtausstellung müssen im Herbst 2018 einzugsbereit sein. Um die Planungs- und Abstimmungsphase, gestaltet und geleitet durch die BUGA 2019 GmbH, optimal zu realisieren, bewährte sich eine personelle Bündelung von Kompetenzen: baufachliche wie stadtplanerische sowie solche in der Moderation, im Liegenschafts-, im Politik- und Verwaltungswesen. Allein die 50 Planungsgespräche mit den Häuserblock-Gruppen zwischen September 2015 und Juli 2016 dokumentieren die intensiven Diskussionen um die Qualität und die Herausforderungen für das Wohnen und Arbeiten in dem künftigen Stadtteil Neckarbogen mitten in Heilbronn. Den Qualitätssicherungsprozess begleitet hat eine Baukommission. In den Augen ihres Vorsitzenden Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, haben die Heilbronner in diesem Prozess „Mut und Cooles" bewiesen, ein großes Lob insbesondere an Politik und Verwaltung.

Einige Bauprojekte ließen sich aus verschiedenen Gründen nicht weiter verfolgen, und die Bauherren traten zurück – ein im Baugeschehen durchaus normaler Vorgang. Sie konnten durch abgestimmte Nachrückverfahren ersetzt werden, so dass keine Qualitätsverluste und keine wirkliche Verzögerung auftraten.

Auf dem Weg zur Stadtausstellung
Zwischen dem 06. September 2015 und 27.Juli 2016 fanden 50 separate Baufeld-Planungsgespräche mit den drei Häuserblöcken statt (je 19 mit Baufeld H und J und 12 mit Baufeld I). Baufeld H bestand aus sechs, Baufeld I aus drei und Baufeld J aus acht Bauteams, also jeweils zwischen 15 und 40 Teilnehmern je Bauplanungsrunde. Dazu kamen zahlreiche Einzelgespräche mit Bauherren und Architekten. Das Planungs- und Baurechtsamt der Stadt Heilbronn war ständig eng einbezogen. Nur so konnten die Zeit- und Qualitätsvorgaben eingehalten werden.

Zwischen dem 24. Juni 2015 und dem 29. Juni 2016 tagte die Baukommission zehn Mal. Viele städtebauliche Beispiele in Deutschland zeigen, dass zwar viel geredet wird von der „Architektur der Zukunft", dass aber häufig statt einer Bau-Ausstellung eine Diskussions-Ausstellung präsentiert wird. In Heilbronn entstehen keine futuristischen Modell-Exoten, sondern die ersten Häuser eines bewohnbaren, lebendigen und attraktiven neuen Stadtviertels.

Einweihungsfest Bundesgartenschau Heilbronn - die Garten- und Stadtausstellung
Die BUGA Heilbronn 2019 wird das großes Einweihungsfest für das neue Stadtquartier Neckarbogen sein. Mit der Stadtausstellung zeigt Heilbronn dann Millionen von Besuchern, wie Leben in der Region, am Fluss und in der Stadt aussehen kann, ehe das Stadtquartier nach 2019 mit seinen weiteren Baufeldern in den weiteren Aufbau und in die Realnutzung übergeben wird.

  • Grafik zur Nutzung der Gebäude
  • Grafik zur Nutzung der Gebäude
  • Geografische Karte mit Einzeichnungen des Theaters, des Campus uvm.
  • Grafik zur Nutzung der Gebäude - Baufeld J
 

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